Für Frauen auf dem Rennrad ist die Frage, ob die Rennradhose mit oder ohne Träger ist, gar nicht so unwichtig. Bei längeren Touren ist nicht immer die nächste Toilette oder absoluter Sichtschutz gegeben. Hier findest du ein paar Hinweise, die dir bei der Entscheidung helfen können.
Rennradhose mit Trägern:
Rennradhosen mit Trägern bieten viele Vorteile, können beim Pipi machen aber zur echten Herausforderung werden, während trägerlose Hosen hier deutlich einfacher sind.
Rennradhosen mit Trägern sitzen meist stabiler, verrutschen weniger und halten das Polster zuverlässig an der richtigen Stelle. Das gilt auch auch bei längeren Ausfahrten oder sportlicher Fahrweise. Das ist für viele Frauen angenehm, weil nichts einschneidet am Bund und der Bauchbereich entlastet wird, insbesondere in gebeugter Rennradposition.
Gerade auf langen Touren oder beim intensiven Training fühlen sich viele Fahrerinnen mit Trägern „eingepackt“ und gut unterstützt, was Scheuern und Faltenbildung des Stoffes reduziert und das Risiko von Druckstellen oder Wundreibung senken kann. Durch die Träger entfällt außerdem ein enger, hochgezogener Gummibund, der bei manchen Frauen zu Druck auf Magen oder Unterbauch führt.
Nachteile von Trägerhosen für Frauen
Der größte Nachteil für Frauen zeigt sich, sobald du in der Natur oder auf einer wenig ausgestatteten Strecke „mal kurz raus musst“. Klassische Trägerhosen müssen komplett oben ausgezogen werden, was bedeutet: Trikot hoch, eventuell Weste oder Jacke aus, Träger runter – das ist umständlich, braucht Zeit und ist im Wald oder an der Böschung alles andere als entspannt.
Gerade an kalten oder nassen Tagen kann dieses „Umziehen“ ein echter Komfort- und Wärmeverlust sein, weil du deinen Oberkörper teilweise entkleiden musst. Auch das Sicherheitsgefühl leidet, weil du dich wesentlich „entkleideter“ fühlst als mit einer Hose, die sich nur unten öffnen lässt.
Doch hier gibt es bereits Abhilfe:
Spezielle Damen-Trägerhosen mit Pinkel-Lösungen
Viele Hersteller haben inzwischen Rennradhosen speziell für Frauen entwickelt, bei denen das Pipi-Problem mit besonderen Konstruktionen entschärft wird. Dazu gehören:
- Damen-spezifische Schnitte mit tieferem Frontbereich, damit beim Toilettengang weniger ausgezogen werden muss.
- Träger mit Clip-, Magnet- oder Hakenlösung im Rücken, sodass du die Hose hinten öffnen kannst, ohne alles oben auszuziehen.
- Zipp-Lösungen oder dehnbare Rückenpartien, die erlauben, die Hose hinten herunterzuziehen, ohne die Träger über den Kopf zu nehmen.
Solche Modelle verbinden den Halt und Komfort einer Trägerhose mit deutlich alltagstauglicheren „Pipi-Pausen“ und sind gerade für Frauen empfehlenswert, die viel und lang draußen fahren, aber auf praktischen Komfort nicht verzichten wollen.
Einige Beispiele (es kommen ständig neue auf den Markt):
- Assos Uma GTV Bib Shorts
- Bioracer Epic Women’s Bibshorts
- Gore Wear Ardent Bib Shorts Women’s
- Endura Damen Pro SL Bibshorts
- Isadore Womens’s Signature Clipee System Bib Shorts
Wenn du lieber ohne Träger fährst, findest du hier weitere Informationen:
Vorteile von Rennradhosen ohne Träger
Trägerlose Rennradhosen sind beim Toilettengang in der Natur klar im Vorteil: Du musst nur den Bund herunterziehen, ohne Trikot oder Jacke auszuziehen, was diskreter, schneller und weniger nervig ist. Das ist besonders dann angenehm, wenn du oft solo unterwegs bist, wenig Infrastruktur auf der Strecke hast oder eher kürzere Stopps machen willst.
Außerdem sind Hosen ohne Träger beim An- und Ausziehen unkomplizierter und fühlen sich im Oberkörperbereich „freier“ an, da keine Träger über Brust und Schultern verlaufen – ein Punkt, der für viele Frauen im Sommerkomfort und in Kombination mit Sport-BHs eine Rolle spielt.
Nachteile von Trägerlosen Rennradhosen:
- Ohne Träger kann der Hosenbund eher einschneiden
- Ohne Träger kann sich der Hosebund bei vorgebeugter Haltung nach unten einrollen, besonders wenn der Schnitt nicht perfekt passt oder der Bund zu schmal ist.
- Das Polster kann bei manchen Modellen leichter verrutschen, was eher auf längeren Distanzen oder bei viel Bewegung im Sattel auffällt.
- Ein enger Bund kann bei empfindlichem Bauch, oder während hormoneller Phasen (z. B. kurz vor der Periode) unangenehm drücken, während Trägerhosen in diesem Bereich oft etwas entspannter sitzen.
Wie entscheide ich, welche Rennradhose für mich am Besten ist?
Hier ein paar konkrete Tipps, worauf du als Frau bei der Wahl achten kannst:
Bei der Entscheidung hilft es, nicht nur „mit oder ohne Träger“ zu betrachten, sondern den Einsatzzweck und die persönlichen Prioritäten:
- Fährst du oft lange Touren, Trainingsrunden oder bist sportlich ambitioniert, kann eine gut sitzende Damen-Trägerhose mit spezieller Pinkel-Lösung ideal sein.
- Bist du eher gemütlich oder mittelweit unterwegs, machst viele Stopps oder fährst auf Strecken ohne Toiletten, bietet eine hochwertige trägerlose Hose viel praktische Freiheit.
- Achte auf ein frauenspezifisches Polster, weiche, breite Bündchen und möglichst flache Nähte, egal ob mit oder ohne Träger.
In der Realität ist es so, dass viele Frauen am Ende bei einer Mischlösung landen: eine oder zwei Trägerhosen mit praktikabler Pipi-Lösung für lange oder wichtige Touren und eine trägerlose Hose für kürzere, spontane Runden.
Unser Fazit: Am sinnvollsten ist es, verschiedene Modelle anzuprobieren und – wenn möglich – auf dem Rad zu testen, denn Komfort im Sattel ist sehr individuell.